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Heizkörper-Check: vier Handgriffe zum Start in die Heizsaison

Zu Beginn der Heizsaison lohnt sich ein Rundgang durchs Haus. Luft im Heizkörper, zu wenig Druck in der Anlage, ein zugestellter Heizkörper oder ein klemmendes Ventil sorgen dafür, dass Räume nicht richtig warm werden — und dass man die Heizung höher dreht als nötig. Alle vier Punkte prüfen Sie in etwa einer Stunde selbst.

Sebastian Rasel · · 5 Min. Lesezeit

Kosten
0 bis 5 € (Entlüftungsschlüssel)
Ersparnis
rund 6 % je Grad, das Sie weniger heizen
Aufwand
etwa eine Stunde fürs ganze Haus
Selbst machbar
Ja — nur das Nachfüllen oft nicht

Wenn ein Raum nicht warm wird, drehen die meisten am Thermostat — bis zum Anschlag. Oft liegt es aber gar nicht an der Einstellung, sondern am Heizkörper selbst. Die vier Punkte unten gehe ich bei jeder Vor-Ort-Beratung durch. Sie kosten fast nichts und lassen sich ohne Fachwissen erledigen.

1. Heizkörper entlüften

Luft im Heizkörper verdrängt das warme Wasser. Der Heizkörper wird dann nur teilweise warm und gibt weniger Wärme ab, als er könnte. Typische Anzeichen:

  • Der Heizkörper gluckert oder rauscht.
  • Er ist unten warm und oben kalt.
  • Er wird trotz offenem Thermostat nur lauwarm.

So gehen Sie vor:

  1. Thermostat ganz aufdrehen und den Heizkörper warm werden lassen.
  2. Heizung bzw. Umwälzpumpe ausschalten und eine halbe bis eine Stunde warten. Solange die Pumpe läuft, wird die Luft im Kreis geschoben, statt sich oben im Heizkörper zu sammeln.
  3. Gefäß und Tuch unter das Entlüftungsventil halten. Es sitzt oben an der Seite, meist gegenüber dem Thermostat.
  4. Mit dem Entlüftungsschlüssel das Ventil langsam etwa eine halbe Umdrehung öffnen. Erst zischt Luft heraus, dann kommt Wasser. Sobald es ohne Blasen fließt, das Ventil wieder schließen.
  5. In einem Haus mit mehreren Etagen unten anfangen und die Heizkörper ganz oben zuletzt entlüften.
  6. Heizung wieder einschalten und den Druck prüfen (Punkt 2).
Entlüftungsschlüssel steckt im Entlüftungsventil an der oberen Ecke eines Heizkörpers
Das Entlüftungsventil sitzt oben an der Seite des Heizkörpers. Der Schlüssel kostet wenige Euro.

Den Entlüftungsschlüssel gibt es für wenige Euro im Baumarkt. Manche Ventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen. Fußbodenheizungen werden nicht am Heizkörper, sondern am Heizkreisverteiler entlüftet. Das überlassen Sie besser dem Fachbetrieb.

2. Anlagendruck prüfen

Beim Entlüften entweicht nicht nur Luft, sondern auch etwas Wasser. Dadurch sinkt der Druck in der Heizungsanlage. Ist er zu niedrig, kommt das warme Wasser in den oberen Etagen nicht mehr richtig an.

Analoges Manometer mit Skala von 0 bis 10 bar an einer Rohrleitung
Ein analoges Manometer zeigt den Anlagendruck mit einem Zeiger an.

Den Druck zeigt ein Manometer an der Heizung oder in ihrer Nähe, bei vielen neueren Heizungen auch das Display. Im Einfamilienhaus liegt er meist zwischen 1,5 und 2 bar. Der richtige Wert hängt von der Höhe des Hauses ab und steht in der Anleitung Ihrer Heizung. Oft ist der Sollbereich auf dem Manometer farbig markiert.

Display einer Heizung mit Kesseltemperatur, Warmwasser, Heizung und der Anzeige Druck OK 2,0 bar
Bei vielen neueren Heizungen steht der Druck im Display, hier 2,0 bar.

Ist der Druck zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden. Dabei darf kein Heizungswasser zurück in die Trinkwasserleitung gelangen. Dafür braucht es eine Füllvorrichtung mit Systemtrenner. Ist eine solche Nachfüllstation bei Ihnen eingebaut und kennen Sie den Ablauf, können Sie selbst nachfüllen. Ein einfacher Schlauch vom Wasserhahn ist dafür nicht geeignet. Im Zweifel erledigt das der Fachbetrieb bei der nächsten Wartung.

Müssen Sie häufig nachfüllen oder entlüften, ist die Anlage wahrscheinlich irgendwo undicht. Dann sollte sich ein Fachbetrieb das ansehen.

3. Heizkörper freiräumen

Ein Heizkörper braucht Luft um sich herum. Lange Vorhänge, ein Sofa direkt davor, eine Verkleidung oder Wäsche zum Trocknen halten die Wärme zurück. Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Der Thermostatkopf misst die gestaute Wärme hinter dem Vorhang, hält den Raum für warm genug und schließt das Ventil, obwohl es im Zimmer noch kühl ist.

  • Vorhänge nur bis zur Fensterbank, nicht über den Heizkörper
  • Möbel mit etwas Abstand stellen
  • Verkleidungen möglichst entfernen
  • Lässt sich eine Verkleidung nicht vermeiden: Es gibt Thermostate mit Fernfühler, die die Temperatur an einer freien Stelle im Raum messen.

4. Thermostat richtig einstellen

Das Thermostat regelt keine Heizleistung, sondern eine Raumtemperatur. Die Ziffern stehen ungefähr für diese Werte:

StufeRaumtemperatur etwa
* (Stern)etwa 7 °C (Frostschutz)
112 °C
216 °C
320 °C
424 °C
528 °C

Stufe 5 heizt also nicht schneller als Stufe 3. Das Ventil ist in beiden Fällen ganz offen, bis der Raum warm ist. Auf Stufe 5 hört es nur später auf, und der Raum wird überheizt. Als Richtwert gelten etwa 20 °C für Wohnräume und 18 °C für Schlafzimmer und Küche. Jedes Grad weniger spart nach einer verbreiteten Faustregel rund 6 Prozent Heizenergie.

Nach dem Sommer klemmt manchmal das Ventil. Wird ein Heizkörper trotz aufgedrehtem Thermostat gar nicht warm, sitzt oft der kleine Stift im Ventil fest. Schrauben Sie den Thermostatkopf ab (Überwurfmutter oder Klemmring) und drücken Sie den Stift mit dem Finger hinein. Er muss von selbst wieder herauskommen. Bewegt er sich nicht, lässt er sich meist mit einer Zange vorsichtig lösen. Damit es im nächsten Jahr gar nicht erst dazu kommt: Thermostate über den Sommer ganz aufgedreht lassen.

Heizkörperventil mit abgeschraubtem Thermostatkopf, in der Mitte der kleine Ventilstift
Ventil ohne Thermostatkopf: Der kleine Stift muss sich eindrücken lassen und von selbst zurückfedern.

Und danach?

Sind alle Heizkörper entlüftet, frei und richtig eingestellt, und manche Räume werden trotzdem nicht gleichmäßig warm? Dann liegt es meist an der Einstellung der Anlage selbst: an der Vorlauftemperatur oder an einem fehlenden hydraulischen Abgleich. Beides sehe ich mir bei einer Vor-Ort-Beratung gerne an.

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Stand: Oktober 2026. Die Temperaturen je Thermostatstufe sind Richtwerte und je nach Hersteller etwas verschieden. Den richtigen Anlagendruck für Ihre Heizung nennt die Anleitung des Herstellers.

Wo verliert Ihr Haus Energie?

Bei einer Vor-Ort-Beratung sehe ich mir Gebäude und Heizung als Ganzes an und sage Ihnen, welche Maßnahmen sich zuerst lohnen — unabhängig und ohne Verkaufsinteresse.