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Zirkulationspumpe: warmes Wasser nur dann, wenn Sie es brauchen

Die Zirkulationspumpe sorgt dafür, dass sofort warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Läuft sie rund um die Uhr, hält sie die Leitungen aber auch nachts warm und dann, wenn niemand zu Hause ist. Eine Zeitschaltuhr und eine moderne Pumpe senken diese Verluste deutlich, oft um weit über 100 € im Jahr.

Sebastian Rasel · · 5 Min. Lesezeit

Kosten
ab ca. 15 € (Zeitschaltuhr)
Ersparnis
oft 100 € und mehr im Jahr
Aufwand
15 Minuten bis 1 Stunde
Selbst machbar
Zeitschaltuhr ja, Pumpentausch durch den Installateur

Bei mir zu Hause habe ich die alte Zirkulationspumpe gegen eine moderne getauscht und die Laufzeiten neu geregelt. Der Aufwand war überschaubar, der Effekt deutlich. In vielen Häusern, die ich mir bei Beratungen ansehe, läuft die Zirkulation dagegen noch Tag und Nacht durch, oft mit einer Pumpe, die älter ist als die Heizung.

Wofür die Zirkulation da ist

Ohne Zirkulation steht das Wasser in der Warmwasserleitung zwischen den Zapfungen still und kühlt ab. Wer den Hahn aufdreht, lässt erst einmal kaltes Wasser in den Abfluss laufen, bis das warme aus dem Keller ankommt. Die Zirkulationspumpe verhindert das: Sie pumpt das warme Wasser in einer Schleife vom Speicher zu den Zapfstellen und über eine zweite Leitung zurück.

Das ist bequem, hat aber zwei Kosten:

  • Strom für die Pumpe. Ältere, ungeregelte Pumpen brauchen 25 bis 45 Watt, rund um die Uhr.
  • Wärme, die die Leitung abgibt. Die Schleife ist ständig 50 bis 60 °C warm, auch wenn niemand Wasser zapft. Selbst gut gedämmt verliert sie auf jedem Meter etwas Wärme.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass zentrale Warmwassersysteme mit Zirkulation unter Umständen mehr Energie dafür brauchen, das Wasser warm bereitzuhalten, als dafür, es zu erwärmen.

Was es bringt: eine Beispielrechnung

Ein Einfamilienhaus mit 25 Metern Zirkulationsschleife, ordentlich gedämmt (rund 6 Watt Verlust je Meter). Vorher läuft eine alte Pumpe mit 30 Watt rund um die Uhr, nachher eine moderne Pumpe mit 7 Watt, sechs Stunden am Tag:

vorher: alte Pumpe, rund um die Uhrnachher: neue Pumpe, 6 Stunden am Tag
Strom der Pumperund 260 kWhrund 15 kWh
Wärmeverlust der Leitungrund 1.300 kWhrund 350 kWh
Kosten im Jahrrund 235 €rund 45 €

Das sind rund 190 € im Jahr. Den größten Teil davon bringt nicht die neue Pumpe, sondern die kürzere Laufzeit: Jede Stunde, in der die Schleife nicht warm gehalten wird, spart Wärme. Und dafür reicht schon eine Zeitschaltuhr.

Schritt 1: Die Laufzeit begrenzen

Die Pumpe muss nur laufen, wenn tatsächlich warmes Wasser gebraucht wird: morgens im Bad, mittags in der Küche, abends zum Duschen. Typisch sind zwei bis drei Zeitfenster am Tag, zusammen vier bis acht Stunden.

  1. Erst in die Heizungsregelung schauen. Viele Heizungen haben ein eigenes Zeitprogramm für die Zirkulation. Oft ist es vorhanden, steht aber auf Dauerbetrieb. Dann genügt es, die Zeiten einzustellen.
  2. Hat die Pumpe einen Stecker, reicht eine Zeitschaltuhr für die Steckdose. Digitale Modelle mit mehreren Schaltzeiten gibt es ab etwa 15 €.
  3. Ist die Pumpe fest angeschlossen, baut ein Elektriker die Zeitschaltung ein, oder Sie nehmen das zum Anlass für eine neue Pumpe mit eingebauter Zeitsteuerung (Schritt 2).

Außerhalb der Zeitfenster dauert es dann wieder ein paar Sekunden, bis das Wasser warm aus dem Hahn kommt. Das ist der ganze Komfortverlust.

Schritt 2: Eine moderne Pumpe

Moderne Zirkulationspumpen kommen mit 2 bis 8 Watt aus und regeln sich selbst. Viele haben eine Zeitschaltuhr eingebaut, manche lernen die Zapfzeiten im Haus oder schalten nach der Temperatur im Rücklauf. Eine solche Pumpe kostet je nach Modell etwa 150 bis 300 €.

Moderne Zirkulationspumpe mit vorgeschaltetem Kugelhahn an einer Warmwasserleitung unter der Kellerdecke
Die neue Zirkulationspumpe in meinem Heizraum: Sie braucht etwa 7 Watt. Davor sitzt ein Kugelhahn zum Absperren.

Wer eine Zirkulationspumpe neu einbaut, muss sie ohnehin mit einer Einrichtung ausstatten, die sie selbsttätig ein- und ausschaltet. So verlangt es das Gebäudemodernisierungsgesetz (§ 64 GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz). Eine neue Pumpe im Dauerlauf ist also nicht vorgesehen.

Den Tausch selbst überlassen Sie besser einem Installateur. Die Pumpe sitzt in der Trinkwasserleitung, und da geht Hygiene vor.

Und danach?

Die Zirkulationsleitung verliert nur so wenig Wärme, wie ihre Dämmung zulässt. Liegt sie im Keller blank oder schlecht gedämmt, lohnt sich der nächste Schritt gleich mit: Wie das geht, steht im Artikel Heizungs- und Warmwasserrohre dämmen. Bei einer Vor-Ort-Beratung sehe ich mir Speicher, Pumpe und Leitungen gemeinsam mit Ihnen an, auf Wunsch auch mit der Wärmebildkamera.

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Stand: Oktober 2026. Die Beispielrechnung ist gerundet und rechnet mit 35 Cent je Kilowattstunde Strom und 11 Cent je Kilowattstunde Wärme. Wie viel Sie sparen, hängt von Leitungslänge, Dämmung, Temperaturen und Ihren Gewohnheiten ab.

Wo verliert Ihr Haus Energie?

Bei einer Vor-Ort-Beratung sehe ich mir Gebäude und Heizung als Ganzes an und sage Ihnen, welche Maßnahmen sich zuerst lohnen — unabhängig und ohne Verkaufsinteresse.